Fremdgehen, jung bleiben – Folge 27: Karin Jacob

Poesie ist nicht nur Wort. Poesie ist Leben, das sich ständig erneuern muss. Doch was heute noch neu und fremdartig erscheint, gehört morgen schon zum Altbewährten. Junge Lyrik beschreibt den Raum dazwischen. Deshalb wagt Stefanie Lux in Nachfolge von Leander Beil an jedem 8. des Monats in der Kolumne »Fremdgehen, jung bleiben« einen freien Blick auf das kulturell und sprachlich Andere, das vermeintlich Fremde in der noch jungen Textwelt.   Eine junge Frau und ein junger Mann sitzen vor einem Fernseher, er möchte ihr das Schönste zeigen, was er je gefilmt hat: Auf dem Bildschirm, eine Plastiktüte, wie sie vom […]

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Religion und Lyrik – Folge 84: »I.N.R.I.«

Die begleitende Netz-Anthologie zu DAS GEDICHT 25, zusammengestellt und ediert von Anton G. Leitner und José F. A. Oliver   Robert Höpfner I.N.R.I. Hauptstraße 18 ist seine Anschrift zwischen Tankstelle und Supermarkt. Seine vier Wände weiß gekalkt, die Öffnung schwarz vergittert zur Sicherheit. Davor ein Gurkenglas – Christrosen nehmen daraus den Welkheitstrunk. Zu Tausenden rauschen Menschen vorüber und bringen mit Heiden- lärm Ölruß dar. Eine Hausnummer ist ihm zugeteilt, brand- versichert Kreuz und Leib. Post bekommt er keine; an manchen Tagen ein paar inständige Worte. Er schweigt zu allem. Er ist unser Erlöser.   © Robert Höpfner, geboren 1954, lebt […]

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Religion und Lyrik – Folge 83: »Er kam und blieb«

Die begleitende Netz-Anthologie zu DAS GEDICHT 25, zusammengestellt und ediert von Anton G. Leitner und José F. A. Oliver   Ursula Sieg Er kam und blieb Er kam und blieb Völlig unerwartet Nistete er sich bei ihr ein Es gefiel ihm Chaos anzurichten Sie verunsichert zu sehen Geradlinig Verfolgte er sein Ziel Fürs Erste bei ihr zu bleiben Eines Tages Wenn sie stark genug ist Wird sie ihn vielleicht besiegen Den Zweifel an ihrem Glauben   © Ursula Sieg, geboren in Essen, lebt in Unna.   »Religion & Lyrik« im Archiv Den Kernbestand neuer zeitgenössischer Lyrik rund um den Glauben […]

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Melanie am Letzten – Folge 45: Brautschauproblematik

Es ist ein Wahnsinn, ein Irrsinn und nicht selten ein Blödsinn: So geht es zu im Tollhaus Welt. Der Mensch neigt zu seltsamen Verhaltensweisen, die schockieren, alarmieren oder amüsieren können. Was hilft zu guter Letzt? Die Poesie. Nicht ärgern, stänkern oder meckern, sondern dichten – meint die schwarzhumorige Poetin Melanie Arzenheimer und kommentiert die Deadlines des Lebens jeweils am Monatsende auf DAS GEDICHT blog.   Die Ekstase ist abgeflaut. Die Menschheit wendet sich wieder den Dingen zu, die sie am liebsten macht: sich selbst in den Mittelpunkt stellen. Aber für kurze Zeit, da beherrschte das royale Paar aus Großbritannien – Sie wissen schon, Meghan […]

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Religion und Lyrik – Folge 82: »Stade reloaded«

Die begleitende Netz-Anthologie zu DAS GEDICHT 25, zusammengestellt und ediert von Anton G. Leitner und José F. A. Oliver   Maren Schönfeld Stade reloaded I. Stade, Niederelbe, auf halber Strecke zwischen Hamburg und Cuxhaven, da wurde ich groß, in der Tasche die Faust mit dem Schweizer Taschenmesser, original mit weißem Kreuz: großväterliches Geschenk zum Schneisenschlagen durch Stadtwiesendschungel, in denen wir lauerten unentdeckt im Läuten der Kirchturmglocken: einmal zur Viertelstunde, zweimal zur halben, dreimal zur Dreiviertelstunde, viermal zur Stunde um Stunde unser Kriegsgeheul in den Gräben hinter dem „Goldenen Löwen“, da gab’s noch Tanz: Kökschengriepen, aber nicht für Kinder. Heute die […]

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