Jan-Eike Hornauer
Das rote Feld
Da ist ein rotes Feld, schon ungeheuer groß,
nicht fern von hier im Osten – und doch so weit entrückt.
Es ist gefüllt mit Gräbern, mit Kreuzen, namenlos.
Wie dort bei jedem Niemand die ganze Menschheit liegt …
Das Feld wird immer weiter, stets satter noch sein Rot.
Und über ihm da schluchzt es und weint und klagt und schreit.
Bestellt wird es von Moskau, mit Grausamkeit und Tod.
Und wer ihm angehört, war längst noch nicht so weit.
Und ist der Krieg vorüber, es bleibt dies rote Feld,
das Leiden und Verluste Jahrzehnte weitergibt.
Es bleibt der Ukraine, den Russen und der Welt,
dies Feld, das unter Schluchzern ganz nah im Osten liegt.
© Jan-Eike Hornauer, München




