Das knifflige Poesiepuzzle, Folge 10: Das Lyrische und das Komische

Achim Raven veröffentlicht in loser Folge am 13. eines Monats Überlegungen zu Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Gedichteschreibens. Im ersten Beitrag geht es um den Vers, der weder Zeile noch Satz ist und in der Ambivalenz seiner Möglichkeiten höchsten Scharfsinn oder aber bodenlose Dumpfheit befördern kann. Das Lyrische und das Komische 1.) Allgemeiner Teil: Kleine Philosophie der literarischen Komik Das Komische gilt gemeinhin als etwas, das uns entweder erheitert, guten Mut macht, oder uns aber zur schadenfrohen Boshaftigkeit anstachelt. Es hält sich nicht an die Regeln der Folgerichtigkeit. Es ist amoralisch und akausal, weil es einer Lustökonomie folgt, die ihre eigenen […]

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Das knifflige Poesiepuzzle, Folge 9: Die Metapher

Achim Raven veröffentlicht in loser Folge am 13. eines Monats Überlegungen zu Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Gedichteschreibens. Im ersten Beitrag geht es um den Vers, der weder Zeile noch Satz ist und in der Ambivalenz seiner Möglichkeiten höchsten Scharfsinn oder aber bodenlose Dumpfheit befördern kann.   Die Metapher   Metápher oder Metaphŏra (griech.), in der Rhetorik die Vertauschung des eigentlichen Begriffs mit einem andern, der mit jenem in einem Punkte (tertium comparationis) übereinstimmt. Sie dient wie jede Trope (s. d.) zur Versinnlichung, z. B. «Hafen» statt «Zuflucht», «kalt» für «gefühllos». – Vgl. J. Müller, Das Bild in der Dichtung. Philosophie […]

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Das knifflige Poesiepuzzle, Folge 8: Wem gehört die Sprache?

Achim Raven veröffentlicht in loser Folge am 13. eines Monats Überlegungen zu Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Gedichteschreibens. Im ersten Beitrag geht es um den Vers, der weder Zeile noch Satz ist und in der Ambivalenz seiner Möglichkeiten höchsten Scharfsinn oder aber bodenlose Dumpfheit befördern kann.   Wem gehört die Sprache? – Aneignung, Identität, Sprachpolizei.   Die folgenden Überlegungen sind weder neu noch originell, aber notwendig. Nach dem beeindruckenden Auftritt der afroamerikanischen Dichterin Amanda Gorman bei der Inauguration Joe Bidens mit The Hill We Climb entbrannte rasch ein Streit um die moralische Berechtigung der Übersetzung in andere Sprachen. In den Niederlanden […]

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Das knifflige Poesiepuzzle, Folge 7: Poetisches Vermögen

Achim Raven veröffentlicht in loser Folge am 13. eines Monats Überlegungen zu Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Gedichteschreibens. Im ersten Beitrag geht es um den Vers, der weder Zeile noch Satz ist und in der Ambivalenz seiner Möglichkeiten höchsten Scharfsinn oder aber bodenlose Dumpfheit befördern kann.   Poetisches Vermögen […] der wald gräbt die tierschädel ein. Ich denke ans sterben und sehe das leben, wie es luftschlingen legt und mich näher an sich heranzieht, […] (Andreas Altmann, zwei leben, DAS GEDICHT 27, S. 13) Da wächst zusammen, was nicht zusammengehört, um sich als zusammengehörig zu erweisen: Ein Wald gräbt, ein Abstraktum […]

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Das knifflige Poesiepuzzle, Folge 6: Unfug (Nachtrag: Schlagkraft)

Achim Raven veröffentlicht in loser Folge am 13. eines Monats Überlegungen zu Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Gedichteschreibens. Im ersten Beitrag geht es um den Vers, der weder Zeile noch Satz ist und in der Ambivalenz seiner Möglichkeiten höchsten Scharfsinn oder aber bodenlose Dumpfheit befördern kann.   Unfug (Nachtrag: Schlagkraft) Es ist schön, wenn das knifflige Poesiepuzzle gelesen wird. Noch schöner ist es, wenn sich bei der Gelegenheit herausstellt, dass ein Thema mehr hergibt als es zunächst den Anschein hat. Denn ein Aufsatz ist kein Gedicht und also kein Monolog, sondern auf Wechselrede angelegt. Wenn das Angelegte auch allzu oft liegen […]

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