Eingestreute Kritik: »Den Toten bewachen« von Jean-Louis Giovannoni – großartig und mutig

eine Rezension von Christoph Kleinhubbert Im Verlag Elsinor ist aktuell ein kleiner Gedichtband von Jean-Louis Giovannoni mit dem Titel »Den Toten bewachen« erschienen. Ein Büchlein in der Größenordnung eines Gesangbuchs, einer Kinderbibel, klein, optisch zudem geradezu unscheinbar, inhaltlich jedoch tonnenschwer. Den Toten – also einen bestimmten Toten – bewachen … Was bedeutet das? Warum einen Toten bewachen. Will man ihn schützen, den toten Körper. Will man andere vor dem toten Körper schützen? In der vorliegenden zweisprachigen Ausgabe befinden sich ca. 60 Gedichte, die zum Teil mit zwei Zeilen sehr kurz ausfallen. Hier wird im Wortsinne gedichtet, also verdichtet, hier ist […]

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Im babylonischen Süden der Lyrik – FOLGE 71: »#WE_ALL_ARE_BABYLONIANS – ‫#‏كلنا_بابليون‬‬‬‬‬ – ›PALMHARZ DER ERINNERUNG,/ JASMINWASSER‹ – HOMMAGE À MUWAFAQ MOHAMMED«

Im babylonischen Süden der Lyrik

Tobias Burghardt flaniert jeweils am 5. eines Monats auf DAS GEDICHT blog durch die südlichen Gefilde der Weltpoesie. In der Rubrik »Im babylonischen Süden der Lyrik« werden Sprachgemarkungen überschritten und aktuelle Räume der poetischen Peripherien, die innovative Mittelpunkte bilden, vorgestellt.   Alpha, Beta, Delta, Omikron — und kein Ende der Pandemie in Sicht. Selbst in der Wüste schneit es bisweilen. Sogar im Zweistromland oder Mesopotamien – zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris – verbessert sich indes scheinbar die Lage. Die sonst klandestinen Symphoniker um Karim Wasfi spielen in Bagdad wieder auf. Der babylonische Dichter Muwafaq Mohammed tingelt. Buchtaufen, Lesungen, Interviews, […]

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Archiv der Rubrik »Vers der Woche«

Jeden Sonntag kommentiert DAS GEDICHT-Herausgeber Anton G. Leitner in dieser Rubrik das große und kleine Weltgeschehen der vorangegangenen Woche mit einem Vers, wenn nötig auch mit mehreren. Mal widmet er sich privateren Themen, mal politischeren, manchmal bedichtet Leitner auch aktuelle Ereignisse. Dabei mit Vorliebe so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, nämlich auf Bairisch. Bisweilen küsst ihn die Muse aber auch hochdeutsch. 05.12.2021 Machd wäxln Kummd wosBessas nochKummd nix Wos kummd,Kummd nochUns kummd Kumma.Wead schoWean, awa WeaWäad seNo Dageng?BäsaWias is, Kos immaNo kemma.Kumm Hoid scho,Gee! Gä,Bleib do, Ezad isÄ schoWuaschd. Weßling, 03.12.2021(Fassung II, 4.12.2021)  28.11.2021 Ein Mann ohne Schurz ist nur halb angezogen, sagen sie in Südtirol, von wo […]

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Gedichte mit Tradition, Folge 217: »Abschied« von Axel Kutsch

Gedichte mit Tradition

»Gedichte mit Tradition – Neue Blätter am Stammbaum der Poesie«: eine fortlaufende Online-Anthologie, zusammengestellt von Jan-Eike Hornauer Axel Kutsch Abschied Ich habe deinen Mannerschlagender mich zur Redestellte du wolltestihn sicherspäter selbstumbringen Verzeih mirdass ich dirzuvorgekommen biner war so verletzend © Axel Kutsch, Bergheim / Erft Anmerkung: Dieses Gedicht ist enthalten in der jüngst veröffentlichten Anthologie »Fährten des Grauens – Deutschsprachige Grusel- und Horrorgedichte«, die zumeist erstveröffentlichte Poeme von Dichterinnen und Dichtern der Gegenwart enthält, ergänzt um eine Klassikerauswahl, die von Gryphius über Goethe und Eichendorff bis zu Benn, Ball und Wedekind reicht. Erschienen ist die von Axel Kutsch herausgegebene Sammlung […]

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