Eingestreute Gedichte: »Winterliches Wohlgefühl« von Jan-Eike Hornauer


Jan-Eike Hornauer

Winterliches Wohlgefühl

Der Winter, das ist die Zeit für Genüsse,
für alles, was dick macht, das Fette und Süße,
denn draußen die Welt ist grau, kalt, gemein,
da darf man für sich schon schwelgerisch sein!

Hach, Plätzchen und Pudding und Braten und Klöße
und Schnapssahnetorten von jeglicher Größe!
Und Glühwein und Grog und Rum in den Tee,
auch das muss jetzt sein, es läg’ ja fast Schnee!

Im wollenen Pulli, der eng niemals säße,
in bauschiger Hose, da geh’n solche Späße,
und draußen noch Jacke und Mütze und so,
man spachtelt und schluckt ganz ungehemmt froh.

Solange bis Vögel dir langsam was pfeifen
und ganz frühe Pollen die Nase sacht streifen.
Du merkst überrascht und schockiert nämlich dann:
Auch heuer klopft’s Frühjahr viel zu früh an …


© Jan-Eike Hornauer, München


Ein Kommentar

  1. Das unvermeidliche Schmatzen am Ende des Winters

    Grau und schmutzig und dahinter
    neblig endet nun der Winter.

    Er verzieht sich und verschwindet
    langsam, wie der Dichter findet.

    Von den Dächern rutschen Massen,
    die die Rinnen nicht mehr fassen.

    Aus den Häusern stolpern Reste
    letzter Übernachtungsgäste.

    Durch das Tauen und das Schmelzen
    sehen wir die Autos wälzen.

    Sehen alten Matsch in Batzen,
    hören, wie die Autos schmatzen.

    An den Haltestellen sitzen
    Menschen. Autoreifen spritzen

    Schlamm und Pampe auf die Leute.
    Das ist der Bericht von heute.

    © Andreas Dietz, Nienburg

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