Reformatio | Reset – Pausenpoesie zum Neustarten

Das Lyrikprojekt zur Lutherdekade im Themenjahr 2015 In Kooperation mit Anton G. Leitner | DAS GEDICHT 2017 jährt sich zum 500. Mal der Tag, an dem Martin Luther in Wittenberg seine 95 Thesen anschlug. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat vor dem Jubiläumsjahr eine Lutherdekade ausgerufen, die sich mit den Auswirkungen der Reformation beschäftigt. Von Samstag, 21. März 2015 (UNESCO-Welttag der Poesie) bis Sonntag, 28. Juni 2015 wird auf www.luther2017-bayern.de und www.luther2017.de (sowie parallel www.dasgedichtblog.de) jeden Tag ein Pausengedicht publiziert. Warum Pausenpoesie? Wie zu Luthers Zeiten sind viele Menschen im 21. Jahrhundert tiefgreifenden Ängsten – etwa vor Krieg, Terror, […]

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dasgedichtblog-Fragebogen: Lutz Rathenow

Lutz Rathenow (*1952) Lyriker aus Berlin Lutz Rathenow gründete den Arbeitskreises »Literatur in Jena« und leitete ihn von 1973 bis zum Verbot 1975. Er studierte Deutsch und Geschichte an der Universität Jena, wurde jedoch 1977 aus politischen Gründen vom Studium ausgeschlossen. Rathenow siedelte nach Ostberlin über, wo er politisch zunehmend gegen die DDR arbeitete. Auch literarisch war er weiterhin tätig und suchte nach Wegen in die Öffentlichkeit. 1980 wurde er wegen seines nur im Westen erschienenen Buches »Mit dem Schlimmsten wurde schon gerechnet« verhaftet.Später folgten zahlreiche Veröffentlichungen in der Bundesrepublik, Österreich und der Schweiz. Rathenows Werke wurden in Schweden, Frankreich, […]

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Selbst-Mord

von Lutz Rathenow Ein zermailter Tag. (Das Adjektiv lässt sich aktualisieren: zerzappt, zertwittert, ein verappter Tag – das ließe dann an veräppelt denken.) Er sitzt vor dem Computer und wartet auf die Rückkehr der Welt. Ein schöner Satz. Stimmt er auch? In Wahrheit hat er ja das Gefühl, sich vom Leben zu verabschieden, wenn er das Netz verlässt. Andere tragen es mit ihren kleinen mobilen Geräten weiter in der Welt herum und in die Welt hinaus. Für ihn ist die Rückkehr der Welt eher ihr Verschwinden. Ein scheußliches Gefühl, jedes Mal beim Ausschalten in gewisser Weise zu sterben. © Lutz […]

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