Eingestreute Gedichte: »Über die Unmöglichkeit, ein Valentinstagsgedicht zu verfassen«

  Jan-Eike Hornauer Über die Unmöglichkeit, ein Valentinstagsgedicht zu verfassen Valentinstagsverseschreiben trocknet schnell den Füller aus, will man nicht im Kitsch verbleiben, schmeißt man alle Phrasen raus. Viele haben viel geschrieben zu genau dem einen Tag und auch allgemein zum Lieben, nahmen Wörter in Beschlag, Sätze, Bilder, Traumgedanken, nutzten sie für ihren Zweck, stahlen so den Silbenranken nach und nach den Zauber weg. Darum will ich lieber schweigen, mit den Lippen, mit dem Stift, Dir durch Blick und Küsse zeigen, dass der Tag uns sehr betrifft.   © Jan-Eike Hornauer, München   Erstveröffentlicht im ersten Solo-Gedichtband des Autors: Schallende Verse, […]

Weiterlesen

Eingestreute Gedichte: das-katastrophen-haiku

fitzgerald kusz das-katastrophen-haiku wenn mä ämall aff nix meä zähln könnä mäimä mid allerm rechnä wenn wir einmal auf nichts mehr zählen können müssen wir mit allem rechnen   © Fitzgerald Kusz   Seit 25 Jahren touren Mundartdichter Fitzgerald Kusz und Gitarrist Klaus Brandl mit „Blues&Kusz“ durch Franken. Zum 75. Geburtstag von Fitzgerald Kusz haben sie eine CD mit dem Titel „Stadt.Land.Kusz“ aufgenommen. Die stellen sie jetzt auch in Oberbayern vor: Samstag, 15. Februar 2020 20 Uhr Evangelische Akademie Tutzing  

Weiterlesen

Weihnachtsgruß: »Einsiedlers Heiliger Abend« von Joachim Ringelnatz

  Joachim Ringelnatz Einsiedlers Heiliger Abend Ich hab’ in den Weihnachtstagen – Ich weiß auch, warum – Mir selbst einen Christbaum geschlagen, Der ist ganz verkrüppelt und krumm. Ich bohrte ein Loch in die Diele Und steckte ihn da hinein Und stellte rings um ihn viele Flaschen Burgunderwein. Und zierte, um Baumschmuck und Lichter Zu sparen, ihn abend noch spät Mit Löffeln, Gabeln und Trichter Und anderem blanken Gerät. Ich kochte zur heiligen Stunde Mir Erbsenuppe mit Speck Und gab meinem fröhlichen Hunde Gulasch und litt seinen Dreck. Und sang aus burgundernder Kehle Das Pfannenflickerlied. Und pries mit bewundernder Seele […]

Weiterlesen

Eingestreute Gedichte: quotenkiller

  fitzgerald kusz quotenkiller glei nachm aufwachn es morgenroud dou dämiid koosd ka quoten houchdreim di wolgn laichdn zoädrosa dei marktanteil is doch gleich null und wäi des rosa schäi langsam väschwind ohne werbeblöck bisd doch värradzd und di wolgn widdä schnäiweiß werrn wou bleibdn dei zielgrubbm wolgn nix wäi wolgn   quotenkiller gleich nach dem aufwachen das morgenrot damit kannst du keine quoten hochtreiben die wolken leuchten zartrosa dein marktanteil ist doch gleich null und wie das rosa schön langsam verschwindet ohne werbeblöcke bist du doch verratzt und die wolken wieder schneeweiß werden wo bleibt denn deine zielgruppe wolken […]

Weiterlesen
1 2 3 4 5 43