Eingestreute Gedichte: »Die Schmerzende Schale des Lebens« von Demet Duyuler


Demet Duyuler

Die schmerzende
Schale des Lebens

In jenem Zimmer, in das die Dunkelheit gesickert war,
waren deine Lider seit Tagen versiegelt.
Die Flüsse, aus deinen Adern gezogen,
hatten sich der Stille ergeben.

Heute berührte die Sonne
die Ufer deines Gesichts.

Als das Kalkweiß,
das das Verschwinden auf deiner Haut hinterlassen hatte,
verblasste,
wuchs ein frischer Keim in dein Leben hinein.

Die Uhr in deiner Brust
schlug wieder.
Der Tod entfernte sich aus deinem Körper.

In der schmerzenden Schale des Lebens
ein feiner Riss,
Licht dringt hindurch.

Mit jenem ersten Atemzug,
der deine Brust weitet,
willkommen zurück.



Ömrün Ağrılı Kabuğu

Karanlığın sindiği o odada
günlerdir mühürlüydü kirpiklerin
damarlarından çekilen nehirler
teslim olmuştu sessizliğe

Bugün güneş
yüzünün kıyılarına dokundu

Yok oluşun teninde bıraktığı
kireç aklığı
kaybolurken
taze bir filiz yürüdü canına

Göğsündeki saat
yeniden vurdu
ölüm uzaklaştı bedeninden

Ömrün ağrılı kabuğunda
ince bir çatlak
içinden ışık geçiyor

Göğsünü genişleten
o ilk nefesle
yeniden hoş geldin

(Übersetzt aus dem Türkischen ins Deutsche von der Autorin selbst)


© Demet Duyuler, Adana (Türkei)


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert