Eingestreute Gedichte: »Memento Moria« von Jan-Eike Hornauer


Jan-Eike Hornauer

Memento Moria

Die Hölle der Lager, man musste sie sehen,
dass Moria brannte, es zeigte die Not.
Es machte uns deutlich: Hier muss was geschehen.
Wir alle sind Menschen. Und dort herrscht der Tod.

Wir sahen mit Schauern und wahrhaft betroffen:
Das Menschsein verendet auf unserem Grund.
Der Flüchtling soll schließlich gar nichts mehr hoffen,
aus Angst, er vermehrt sich, der elende Hund.

Wir sahen die Absicht, den Slum der Verdammten,
wir heulten auf. Dann blickten wir weg.
Weil andere Bilder uns bald übermannten.
Das Leben geht weiter. Für manche im Dreck.

Europa heißt Abwehr. Das ist so geblieben.
Es wird nur von uns erneut ignoriert.
Die Hoffnung wird weiter restlos vertrieben,
der Flüchtling im Elend einkaserniert.

Ach, wie viele Lager müssen noch brennen?
Und wann ist die Festung durch Tränen erweicht?
Wie lang lässt sich Anspruch von Wahrheit noch trennen?
Europa, beende die Qualen: Es reicht!


© Jan-Eike Hornauer, München



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