Dichterbriefe – Folge 29: Das Gesicht des Abwesenden – Christophe Fricker schreibt Nancy Hünger

Dichterbriefe

Christophe Fricker schreibt jeweils am 1. des Monats einem Dichterfreund, dessen Buch er gerade gelesen hat. Die Texte sind eine Mischung aus Offenem Brief zu Lyrik und Gesellschaft, bewusst parteiischer Rezension und vertrautem Austausch. Und damit hoffentlich auch weniger langweilig als Rezensionen, die ihre eigene Voreingenommenheit vertuschen.   Liebe Nancy, eins habe ich letztes Mal vergessen zu sagen. Was mich bei Deinen Gedichten so erschüttert, ist das Menschliche. Nicht die viel zu leicht herausposaunte Menschlichkeit mit ihrer bürokratischen, bei Nacht ins Mordlustige kippenden Lust am Prinzipiellen, die jeden einzelnen Menschen nur deshalb schätzt, weil er auf ein Allgemeines zu beziehen […]

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Dichterbriefe – Folge 28: Liebe Vielflieger – Christophe Fricker schreibt Nancy Hünger

Dichterbriefe

Christophe Fricker schreibt jeweils am 1. des Monats einem Dichterfreund, dessen Buch er gerade gelesen hat. Die Texte sind eine Mischung aus Offenem Brief zu Lyrik und Gesellschaft, bewusst parteiischer Rezension und vertrautem Austausch. Und damit hoffentlich auch weniger langweilig als Rezensionen, die ihre eigene Voreingenommenheit vertuschen.   Liebe Nancy, habe Dich telefonisch nicht erreicht, daher nun brieflich. Mein Neujahrsvorsatz (alles Gute Dir zum neuen Jahr, und auch Ihnen, die Sie mir über die Schulter schauen, während ich mit der wunderbaren, bedeutsamen, behutsamen Dichterin Nancy Hünger spreche!) – mein Neujahrsvorsatz lautet: Weniger fliegen. Wegen der verhungernden Eisbären, wegen meiner immer […]

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Rückblick auf 25 Jahre DAS GEDICHT – Folge 5: Christophe Fricker, Jana Mathy und Anatoly Kudryavitsky

Jana Mathy. Foto: Volker Derlath

Seit 25 Jahren begleitet die Zeitschrift DAS GEDICHT kontinuierlich die Entwicklung der zeitgenössischen Lyrik. Am 25. Oktober 2017 lud DAS GEDICHT zu einer öffentlichen Geburtstagslesung mit 60 Poeten aus vier Generationen und zwölf Nationen ins Literaturhaus München ein. Fotograf Volker Derlath hat die Veranstaltung für DAS GEDICHT blog in Bildern festgehalten. In loser Folge präsentieren wir ihnen einzelne Fotos der beteiligten Poetinnen und Poeten, sowie einen Mitschnitt einzelner Lesungen und Veranstaltungsbeiträge, die von Lorenz Kainz (München) geschnitten und akustisch aufbereitet wurden. Christophe Fricker liest »Im Beisein« und »Mein Lieber«   Jana Mathy liest »religion«   Anatoly Kudryavitsky liest »Sex Toy […]

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Dichterbriefe – Folge 27: Trost für Mütter im Stress – Christophe Fricker schreibt ein Gedicht zum Advent

Dichterbriefe

Christophe Fricker schreibt jeweils am 1. des Monats einem Dichterfreund, dessen Buch er gerade gelesen hat. Die Texte sind eine Mischung aus Offenem Brief zu Lyrik und Gesellschaft, bewusst parteiischer Rezension und vertrautem Austausch. Und damit hoffentlich auch weniger langweilig als Rezensionen, die ihre eigene Voreingenommenheit vertuschen.   Liebe gestresste Mütter (nein, nicht auch Väter, nur Mütter!), wenn ich mal die Weltherrschaft übernehme, was allerdings zugegebenermaßen nicht unmittelbar bevorsteht, dann wird die erste neue Regel sein, dass in der dritten Novemberwoche nichts Neues passieren darf. Alle kriegen Zeit, das Liegengebliebene und Angestaute abzuarbeiten, und dann gehen sie nämlich etwas entspannter […]

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Orientierende Dichtung – These zur Zukunft politischer Lyrik

Christophe Frickers Impulsvortrag zur orientierenden Dichtung löste lebhafte Debatten aus. Foto: Jan-Eike Hornauer

von Christophe Fricker Das öffentliche Leben in Deutschland ist wieder zunehmend polarisiert. Gleichzeitig ist die Medienlandschaft auf eine so noch nie dagewesene Weise fragmentiert, und zwar so sehr, dass das Ringen um Wahrheit und Verständigung auf gesamtgesellschaftlicher Ebene an Schwung verliert. Der inzwischen vorwiegend halböffentliche politische Diskurs ist voller Lügen, gerade von Seiten der Extreme, und (auch) in der Mitte herrscht eine große Verunsicherung darüber, in was für einer Welt wir leben, in was für einer Welt wir leben wollen, wer »wir« eigentlich sind und wer »wir« sagen darf.[1] Viele aufgeklärte Kulturschaffende sind darüber verblüfft. Sie sprechen von einem Rückfall […]

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