Abend im Herbst

von Johannes Kühn Noch einmal haben alle Bäume Goldglanz erfahren. Die Kraniche, die in den Wiesen landen, wird er nicht halten, daß sie hier im Lande bleiben. Sie ruhn nur eine Nacht in dieser Gegend, die entblättert wird von Winden. Der Himmelsschein, das mondne Licht, hat doch nur sparsam Kraft. Ich sing ein Lied, kurz weckt es sie auf aus ihrem Schlaf, ich höre sie entrüstet schnattern, nur kurz. © Johannes Kühn, Tholey

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Musée du Louvre, Paris

von Wolfgang Oppler Auf einer Fläche von der Größe neuner Fußballfelder buhlen fünfunddreißigtausend herausragende Kunstwerke aus sämtlichen Epochen menschlichen Kulturschaffens um meine Aufmerksamkeit. Würde ich jedem Exponat fünf Sekunden widmen, wäre ich in knapp neunundvierzig Stunden durch. Lieber schenke ich meine Aufmerksamkeit einer weiteren Tasse Kaffee, klein, schwarz, stark, und lasse mir die Sonne auf die Nase brennen in dem winzigen Straßencafé in der Rue Mouffetard.   © Wolfgang Oppler, Unterschleißheim

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Narbonne Plage (Südfrankreich)

von Tanja Dückers Ockergelb blau grau horizontal Wie ein Rothko nur nicht so religiös Laszives Lecken der Wellen an den Zehen Hügel laizistisch unterm Kopftuch aus Sand Dort vorn in den Wellen ein Paar Verfingert Ein Mann und ein Mann oder eine Frau eine Frau oder ein Mann und eine ich weiß es nicht Menschliches Glück in jedem Fall Narbonne Plage Und Crêpes mit Crème Marron   © Tanja Dückers, Berlin

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