Gedichte mit Tradition, Folge 225: »Der Panda« von Jens Rohrer

»Gedichte mit Tradition – Neue Blätter am Stammbaum der Poesie«: eine fortlaufende Online-Anthologie, zusammengestellt von Jan-Eike Hornauer


Jens Rohrer

Der Panda
Sehr frei nach Rainer Maria Rilke

Der Panda ist vom Fressen der Bambusstäbe,
so träg geworden, dass ihn nichts mehr hält:
Er fällt hinab, es brechen tausend Stäbe,
und hinter weit’ren tausend Stäben lacht die Welt.

Durch seine weiche Körpermitte,
da übersteht er gut den Sturz.
Er macht nun tapsig ein paar Schritte,
bleibt stehen, schüttelt sich ganz kurz

Dann stöhnt er in des Waldes Stille.
So gern würd’ er kein Tollpatsch sein!
Doch ist Geschicklichkeit nicht Wille
und die Schwerkraft mit Gewicht gemein.
Im Herzen sieht der der Bär das ein.


© Jens Rohrer, Ingolstadt

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Zu dieser Reihe: »Gedichte mit Tradition – Neue Blätter am Stammbaum der Poesie« ist eine Online-Sammlung zeitgenössischer Poeme, die zentral auf ein bedeutendes Werk referieren, ob nun ernsthaft oder humoristisch, sich verbeugend oder kritisch. Jeden zweiten Freitag erscheint eine neue Folge der von Jan-Eike Hornauer herausgegebenen Open-End-Anthologie. Alle bereits geposteten Folgen finden Sie hier.



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