Gedichte mit Tradition, Folge 203: »Im Poesiemuseum« von Thomas Glatz

Gedichte mit Tradition

»Gedichte mit Tradition – Neue Blätter am Stammbaum der Poesie«: eine fortlaufende Online-Anthologie, zusammengestellt von Jan-Eike Hornauer   Thomas Glatz Im Poesiemuseum In einer Vitrine: Ein holder Schwan Vor dem verschlafen rauschenden Brunnen. Daneben ein uraltes Schlummerlied. Dahinter ein Schaudiagramm, Welches alles erklärt. Im nächsten Saal: Ausgestopfte linde Lüfte, Gelöschte Lupinen, Gestundete Zeit. Und die berühmte Chaussee bei Altona, Auf der die zwei Ameisen umgekehrt sind. Der frühe Mond Äugt zum Fenster herein. Ich erschrecke: Der ist echt. Wie poetisch, Denke ich, Und verlasse schnell Das Museum.   © Thomas Glatz, München       »Gedichte mit Tradition« im Archiv […]

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Das knifflige Poesiepuzzle, Folge 6: Unfug (Nachtrag: Schlagkraft)

Achim Raven veröffentlicht in loser Folge am 13. eines Monats Überlegungen zu Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Gedichteschreibens. Im ersten Beitrag geht es um den Vers, der weder Zeile noch Satz ist und in der Ambivalenz seiner Möglichkeiten höchsten Scharfsinn oder aber bodenlose Dumpfheit befördern kann.   Unfug (Nachtrag: Schlagkraft) Es ist schön, wenn das knifflige Poesiepuzzle gelesen wird. Noch schöner ist es, wenn sich bei der Gelegenheit herausstellt, dass ein Thema mehr hergibt als es zunächst den Anschein hat. Denn ein Aufsatz ist kein Gedicht und also kein Monolog, sondern auf Wechselrede angelegt. Wenn das Angelegte auch allzu oft liegen […]

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LYRIK-REVUE FOLGE 23: In der Luft untergehen

Auszeichnungen, Institutionen, Konferenzen, Lesungen, Poesie im Feuilleton und Lyrik-Neuerscheinungen: Nicola Bardola kommentiert und präsentiert am 20. eines Monats Bemerkenswertes aus der Welt der Verse.   „Nur was uns anschaut, sehen wir“. Mit diesem Motto von Franz Hessel beginnt der neue Gedichtband Eva Christina Zellers „Proviant von einer unbewohnten Insel“. Der immer berühmter werdende Satz des Flaneurs Hessel des Jules in Rochés Roman „Jules et Jim“, entspricht nur bedingt Zellers Art der Betrachtung und deren Versprachlichung. Rilkes in „Malte Laurids Brigge“ festgehaltener Satz „Ich will sehen lernen“ käme Zellers poetischem Blick näher. Zeller lernt nicht nur sehen, Zeller richtet ihren Blick […]

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Gedichte mit Tradition, Folge 187: »Ich lebe mein Leben unter wechselndem Mundschutz«

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»Gedichte mit Tradition – Neue Blätter am Stammbaum der Poesie«: eine fortlaufende Online-Anthologie, zusammengestellt von Jan-Eike Hornauer   Marina Maggio Ich lebe mein Leben unter wechselndem Mundschutz Ich lebe mein Leben unter wechselndem Mundschutz, der sich über Nase und Lippen zieht. Ich werd auch den letzten bestimmt noch benutzen, selbst wenns nicht mehr nötig ist. Ich kreise, halt Abstand zu Familie und Nachbarn, ich kreise schon monatelang. Und sitz ich zu Hause, dann frag ich mich ständig: Bin ich besoffen oder nur ein hypochondrischer Mann?   © Marina Maggio, Würzburg     »Gedichte mit Tradition« im Archiv Zu dieser Reihe: […]

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Gedichte mit Tradition, Folge 186: »herz/tags«

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»Gedichte mit Tradition – Neue Blätter am Stammbaum der Poesie«: eine fortlaufende Online-Anthologie, zusammengestellt von Jan-Eike Hornauer   Thomas Rackwitz herz/tags herr es ist zeit das netzwerk ist zu groß leg deinen spirit auf die tastaturen denn deine spuren sind bedenkenlos befiehl den letzten werten true zu sein gib würmern eine bodennahe lage zier dich nicht so vor firewalls und jage des hackers hundsgemeine helferlein wer jetzt kein haus hat baut auf serverfarmen wer jetzt aligned ist lässt das leben bleiben wird wachen crawlen ketten-e-mails schreiben und wird vielleicht im datenmüll verarmen wenn andre damit bunte blüten treiben   © […]

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