Gedichte mit Tradition, Folge 215: »Alles ist sinnlos« von Jan-Eike Hornauer

Gedichte mit Tradition

»Gedichte mit Tradition – Neue Blätter am Stammbaum der Poesie«: eine fortlaufende Online-Anthologie, zusammengestellt von Jan-Eike Hornauer Jan-Eike Hornauer Alles ist sinnlos ein altes Lied in neuen Strophen (vor dem Hintergrund transzendentaler Obdachlosigkeit) Es herrscht, wohin man blickt, Vergänglichkeit auf Erden.Das Mädchen, das entzückt, droht Mutter bald zu werden.Und wer heut klug noch spricht, ist morgen schon dement.Die Zeit begnadigt nicht. Sie nagt, zerstört, verbrennt. Des Gryphius Schäferwiese ist längst schon Friedhofsfläche;uns allen gilt die miese, die ewig gleiche Zeche.Und wer die Welt erträumt, ist bald bar Fantasie.Es wird ganz schnell gezäumt Idiot wie auch Genie. Ja, alles löst sich […]

Weiterlesen

Deutsch-tschechischer Poesiedialog, Folge 45: VOR COVID, NACH COVID – PŘED COVIDEM, ZA COVIDEM

Klára Hůrková stellt an jedem 17. des Monats interessante lyrische Funde aus ihren beiden Heimatländern Tschechien und Deutschland vor. Sie übersetzt ausgewählte Texte in die jeweils andere Sprache in der Absicht, Ähnlichkeiten und Unterschiede sowie aktuelle Themen und Tendenzen in der Gegenwartslyrik beider Länder herauszustellen. Damit verfolgt sie Spuren einer langen und reichen Kulturtradition, welche durch die fatalen Ereignisse des 20. Jahrhunderts unterbrochen wurde.   VOR COVID, NACH COVID – PŘED COVIDEM, ZA COVIDEM Die folgende lustig-poetische Liebeserklärung an Prag von Jan-Eike Hornauer entstand selbstverständlich vor der Pandemie. Die Berührungsängste haben unseren Alltag verändert und sich nicht nur in die […]

Weiterlesen

Gedichte mit Tradition, Folge 204: »Halbzeitbetrachtung« von Jan-Eike Hornauer

Gedichte mit Tradition

»Gedichte mit Tradition – Neue Blätter am Stammbaum der Poesie«: eine fortlaufende Online-Anthologie, zusammengestellt von Jan-Eike Hornauer   Jan-Eike Hornauer Halbzeitbetrachtung Die Hälfte des Lebens ist jetzt geschehen (statistisch gesehen, füg’ ich hinzu; und dass ich dies kann, das ist schon ein Clou, erzwang doch mein Herz bereits fast mein Gehen). Was hab’ ich gelernt, was konnt’ ich erreichen, ja, was lässt sich sagen im Resümee? Am Ende ist alles und nichts ganz okay. Und manchmal, da muss man die Wände neu streichen. Wozu und weshalb bin ich hier auf der Erde, dem kleinen Planeten im endlosen All? Ich werd’ […]

Weiterlesen

»Mundartdichtung ohne Heimattümelei«: der neue Gedichtband von Anton G. Leitner

  eine Buchvorstellung von Jan-Eike Hornauer   Mit »Wadlbeissn« ist kürzlich Anton G. Leitners zweiter Dialekt-Lyrikband erschienen – zwar, wie auch schon der Vorgänger »Schnablgwax«, stets mit hochdeutschen Übertragungen, die sowohl dem Verständnis dienen als auch einen augenzwinkernden Zugewinn bedeuten. Doch ganz klar: das Bayerische steht hier im Mittelpunkt, in Sprache, Denke, Wesensart. »Mundartlyrik ohne Heimattümelei« attestiert Fitzgerald Kusz dem neuen Band im Vorwort. Und das sagt schon etwas aus, denn der Franke ist selbst hochdekorierter Mundartdichter (u. a. Bundesverdienstkreuz am Bande und Bayerischer Dialektpreis) sowie ein wahrer Pionier auf dem Gebiet des literarischen Dialektgebrauchs: Er formuliert seine kritischen und […]

Weiterlesen

»… wenn du mich lässt«: zeitgenössische Gedichte zum ewigen Thema der Liebe bei Reclam erschienen

eine kleine Buchvorstellung von Jan-Eike Hornauer Unter dem Titel »Gedichte für alle Liebeslagen« ist mitten im Corona-Lockdown, also in einer Zeit der Distanz, ein handliches Kompendium herausgekommen, das von inniger Nähe schwärmt, jedoch auch von den komischen und schwierigen Seiten der romantischen Liebe zu berichten weiß. Als Hardcover im kleinen Format (etwa A6) und durch die Verse von 88 zeitgenössischen Poetinnen und Poeten, die in ihm zu finden sind, ist es – auch langfristig – für die Position eines All- und Festtagsbegleiters prädestiniert. Eine wesentliche Basis dieses Auswahlbands bildete für Herausgeber Anton G. Leitner die aktuelle Ausgabe seiner Zeitschrift DAS […]

Weiterlesen
1 2 3 25