»… wenn du mich lässt«: zeitgenössische Gedichte zum ewigen Thema der Liebe bei Reclam erschienen

eine kleine Buchvorstellung von Jan-Eike Hornauer Unter dem Titel »Gedichte für alle Liebeslagen« ist mitten im Corona-Lockdown, also in einer Zeit der Distanz, ein handliches Kompendium herausgekommen, das von inniger Nähe schwärmt, jedoch auch von den komischen und schwierigen Seiten der romantischen Liebe zu berichten weiß. Als Hardcover im kleinen Format (etwa A6) und durch die Verse von 88 zeitgenössischen Poetinnen und Poeten, die in ihm zu finden sind, ist es – auch langfristig – für die Position eines All- und Festtagsbegleiters prädestiniert. Eine wesentliche Basis dieses Auswahlbands bildete für Herausgeber Anton G. Leitner die aktuelle Ausgabe seiner Zeitschrift DAS […]

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Neugelesen – Folge 31: Richard Dove »Unterwegs nach San Borondón«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Üblicherweise suche ich mir für diese Kolumne Neugelesen Gedichtbände heraus, deren Veröffentlichung etwas zurückliegt, mit dem Ziel, sie wieder in das heutige Bewusstsein zu katapultieren und zu aktualisieren. Bände, die derzeit etwas weniger Aufmerksamkeit bekommen, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Manche sind selten, manche nach heutigen Maßstäben etwas sperrig, manche auch einfach […]

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Eingestreute Kritik: Verse vom Meister der Reduktion auf Deutsch und Ukrainisch – Volker Maaßen legt mit »Zanshin« zweisprachigen Gedichtband vor

von Sabine Zaplin Volker Maaßen ist ein Meister der Reduktion: seine pointierten, klaren Gedichte in der von ihm bevorzugten kurzen Form besitzen genau das richtige Ma(a)ß an Leichtigkeit bei gleichzeitiger Größe. Gerade diese Balance zwischen dem scheinbar Banalen und dem Tiefen gelingt ihm mit fast traumwandlerischer Sicherheit. Immer wieder richtet Maaßen den Blick auf das Detail, um von dort unmittelbar auf die großen Themen des Lebens zu kommen, auf den großen Verlust beispielsweise. »ein tropfen / fällt vom blatt // ein leises // nachwinken / des zweiges // träume fallen / ohne abschied«, heißt es etwa in dem titelgebenden Gedicht […]

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Neugelesen – Folge 30: Stevan Tontić »Handschrift aus Sarajevo«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Der vielfach zitierte Satz Adornos, es sei nach Auschwitz barbarisch, ein Gedicht zu schreiben, ist ebenso häufig bemüht wie interpretiert worden. Dieses als allgemeines Verdikt auftretende Zitat wurde 1949 verfasst: Holocaust und Weltkrieg hatten gerade unzählige Menschen traumatisiert. Zwei Worte, die sich selbst nicht begreifen können. Dieser Schrecken hat keine Worte. […]

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Die Beats des Lebens beim Erwachsenwerden: Anna Münkels neuer Gedichtband »Lachen geht immer«

Das Lachen und Lächeln in der Welt zu mehren und zu stärken, dies ist Anna Münkels erklärtes Ziel. Aus einer entsprechend positiven Grundhaltung heraus verfasst sie auch ihre Verse, die sich ganz aus der direkten Lebens- und Gedankenwelt einer Schülerin, die erwachsen wird, speisen und nun in ihrem neuen Gedichtband »Lachen geht immer«, herausgegeben von Anton G. Leitner, nachzulesen sind. Sie fängt, so subjektiv wie leicht nachvollziehbar, ein, wie es sich anfühlt, in der heutigen Zeit flügge zu werden. Sie hinterfragt dabei ihre Position in der Familie und der Gesellschaft, setzt sich mit dem Thema Schule auseinander, mit Freundschaft und […]

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