Neugelesen – Folge 29: Deichkind »richtig gutes zeug«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Lyrik? Das ist dieses Zeug, bei dem dreiviertel einer Buchseite blank ist. Das sind diese Texte aus dem Deutschunterricht. Konnte ich noch nie was mit anfangen. Letztens habe ich eines gehört, von so einem Briefmark, das war nett. Zum siebzigsten Geburtstag meiner Großmutter haben ein paar Tanten so ein Gedicht vorgetragen, […]

Weiterlesen

Neugelesen – Folge 28: Eduard Mörike »Bilder aus Bebenhausen«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Während meines Studiums in Tübingen bin ich an heißen Sommertagen gerne zum Kloster Bebenhausen gelaufen. Eine kleine Wanderung durch einen dichten, kühlen Wald, selten hat man Menschen unterwegs getroffen. Kurz vor Erreichen des Klosters wurde man mit einem Blick in das Tal von Bebenhausen belohnt und konnte dort auf einer alten […]

Weiterlesen

Einfach edel: bilingualer Auswahlband mit Anton G. Leitners Gedichten in französischer Edition erschienen

Es ist schon so etwas wie ein Ritterschlag – und für den Schriftsteller, Herausgeber und Lyriknetzwerker ein besonderer Grund zu Freude: In der bilingualen Edition des französischen Alidades-Verlags ist im Frühjahr 2020 unter dem Titel »voix en plain trafic – Stimmen im Verkehr« ein Auswahlband mit Gedichten von Anton G. Leitner erschienen. Seine Vorgänger in der deutsch-französischen Reihe sind: Heinrich Böll, Uwe Dick, Dieter M. Gräf, Peter Härtling, Manfred Peter Hein, Friedrich Nietzsche, Patrick Roth und Joachim Sartorius. 25 Gedichte hat der arrivierte Übersetzer und anerkannte Lyrikeditor Joël Vincent herausgesucht und ins Französische übertragen. Die Mehrzahl stammt aus Leitners Lyrikband […]

Weiterlesen

Eingestreute Kritik: Sünje Lewejohanns Gedichtband »die idiotische wucht deiner wimpern«

  Brandsätze Ich gebe zu, ich hab mir schon einige Langspielplatten nur aufgrund ihres Covers gekauft, z.B. Grand Funk Railroads „E Pluribus Funk“, XTCs „Drums & Wires“ oder „Amorica“ von den Black Crowes. Und das Schöne daran ist: Ich bin nur sehr selten enttäuscht worden. Bei Gedichtbänden geht es mir ähnlich – nur nicht mit dem jeweiligen Cover, sondern mit Titeln. So kaufte ich mir seinerzeit Rühmkorfs „Haltbar bis Ende 1999“, war zehn Jahre später fasziniert von Gerhard Falkners „wemut“, weil dieses Wort das Gefühl der Melancholie im Stile eines chemischen Elements wie Wismut fasste. Auch hier erlebte ich kaum […]

Weiterlesen

Neugelesen – Folge 27: Gerhard Ruiss »Blech«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   In dem Roman Ein sterbender Mann von Martin Walser wird der Dichter Carlos Kroll mit einem Preis des Münchner Lyrik Kabinetts ausgezeichnet. Das Publikum ist exklusiv, die Stimmung ist festlich, der Laudator, ein Literaturprofessor der Ludwig-Maximilians-Universität, ein echter Kenner seiner Lyrik. Der Dichter bedankt sich nach dessen Rede mit der kurzen […]

Weiterlesen
1 2 3 4 5 6 45